Reichen Kindersegen verspricht das Streuen von Blüten nach der kirchlichen oder standesamtlichen Trauung. Blumenkinder gehen vor dem jungen Brautpaar aus der Kirche und streuen aus ihren Körbchen frische Blütenblätter. Der Duft der zertretenden Blüten lockt die Fruchtbarkeitsgöttin an und beschert dem Brautpaar so reichlich Nachwuchs.
Hier muß das Brautpaar unter Beweis stellen, dass es zukünftig auch schwierige Aufgaben gemeinsam meistern kann. Das Zersägen des Baumstammes direkt nach der Trauung gehört wohl zur schweißtreibendsten Aufgabe des Hochzeitstages. Dazu wird auf zwei Holzböcke vor der Kirche oder dem Standesamt ein Baumstamm gelegt, der von den frisch Vermählten gemeinsam mit einer (Hand)Säge geteilt wird. So werden Ehehindernisse gemeinsam aus dem Weg geräumt!
Der Braut wird während der Hochzeitsfeier von Freunden der Schuh gestohlen und irgendwo am Ort der Feier versteckt. Der Bräutigam muß diesen allein oder mit seinen Freunden suchen. Hat er ihn gefunden, wird er unter den Hochzeitsgästen meistbietend versteigert. Immer wenn ein glatter Betrag erreicht wird, darf der Bieter die Braut küssen. Das so eingespielte Geld dient dem Brautpaar als Wirtschaftsgeld.
Und hier sind alle noch unverheirateten, aber im heiratsfähigen Alter befindlichen Frauen unter den Hochzeitsgästen gefragt. Die Single-Frauen stellen sich zu fortgeschrittener Feierstunde um die Braut. Diese wirft Ihren Brautstrauß rückwärts in die Menge.
Das ist der Mitternachtsbrauch. Der Brautschleier wird abgenommen und die Gäste halten den Schleier in die Höhe. Das Brautpaar tanzt darunter. Jeder, der jetzt mit der Braut oder dem Bräutigam tanzen möchte, wirft ein Geldstück in den Schleier.