
Verschiedene Bräuche werden zum Erntefest begangen.
Hahnrupfen, Kranzreiten, Froschkarren, Stollenreiten. Am verbreitesten ist das
Hahnrupfen. Auf einem abgeernteten Feld wird der mit Eichenlaub geschmückte
Torbogen aufgestellt. Unverheiratete Männer hoch zu Roß versuchen die an dem
Querbalken angehängten Kleinigkeiten (Zigaretten, Lutscher,
Mini-Alkoholfläschen) abzureissen. Sind die Pferde auf dieser Art und Weise
eingeritten, wird der tote Hahn (Kokot) kopfüber aufgehangen. Wer den Kopf
abreißt, wird erster König, die Flügel bedeuten zweiter und dritter König. Mädchen
in Tracht begleiten dieses Fest und die Könige dürfen sich mit verbundenen
Augen aus diesem Kreis ihre Königin wählen. Pferd und Reiter erhalten einen
Ehrenkranz aus Eichenlaub und nun ziehen die Königspaare in Richtung Gaststätte
zum Tanz. Der Hahn wird als Fruchtbarkeitssymbol gesehen. Da er sich in der
Zeit der Aussaat und Ernte verausgabt hat, ist er als Fruchbarkeitsgeist für
ein nächstes Jahr zu schwach und alt und muss deshalb gerupft werden.