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Das Osterfeuer

Dieser Brauch wird in der Nacht vom Ostersamstag zum Ostersonntag begangen. Mit diesem Osterbrauch wird der Winter endgültig vertrieben. Je größer die Flammen, desto fruchtbarer wird der Boden in der Umgebung des Feuerscheins.

Fast jedes Dorf hat sein eigenes Osterfeuer auf einem Acker in der Nähe des Ortes. Die Jugend sammelt in den Tagen vor dem Abbrennen Holz, Äste usw., welches am Ostersamstag zu einem großen Berg geschichtet wird. Sobald das erste Holz angefahren wird, muß es bewacht werden. Denn die Jugend aus den Nachbarorten macht sich einen Spaß daraus, das Feuer vorzeitig anzuzünden. Am Abend des Osterfeuers versammelt sich die Jugend und mittlerweile auch ganze Familien um ein kleineres Feuer mit Musik, Getränken und Spaß. Der riesige Holzstoß wird erst um Mitternacht angemacht und brennt bis in die frühen Morgenstunden nieder. Aus Erzählungen meines Vaters weiß ich, dass früher auf dem Weg nach Hause noch ein Schabernack getrieben wurde. Tore und Türchen wurden aus den Angeln gehoben und zum Teil in Bäume gehangen, Holzpantinen (einer sieht aus wie der andere) wurden von den Gehöften zusammengetragen und alle auf einen Haufen im Dorf geschüttet. Damals war das ein Spaß für alle und niemand hat so etwas krumm genommen. Heute ist man da wohl ein bisschen vorsichtiger. Eigentlich schade.

Das Maibaumstellen

Zum 01.Mai wird am Vorabend der etwa 15 bis 20 Meter hohe Maibaum aufgestellt. Wichtig ist, dass er gestohlen ist, damit er seine Kraft als Beschützer des Dorfes nicht verliert. Der Stamm ist von der Rinde befreit, da sich sonst zwischen Stamm und Rinde böse Geister und Krankheiten für Mensch und Tier verstecken können. Geschmückt wird der Stamm mit einem von der Jugend gebundenen Kranz. Den Wipfel des Maibaumes bildet eine grüne Birke (die Maie), die die Fruchtbarkeit in das Dorf und für die Ernte bringt. Am Abend wird bei Speisen und Getränken gefeiert, denn das Aufstellen ist ein wirklicher Kraftakt. Zu Pfingsten wird das Schmuckstück wieder "gefällt".

Das Erntefest

Reiter zum ErntefestVerschiedene Bräuche werden zum Erntefest begangen. Hahnrupfen, Kranzreiten, Froschkarren, Stollenreiten. Am verbreitesten ist das Hahnrupfen. Auf einem abgeernteten Feld wird der mit Eichenlaub geschmückte Torbogen aufgestellt. Unverheiratete Männer hoch zu Roß versuchen die an dem Querbalken angehängten Kleinigkeiten (Zigaretten, Lutscher, Mini-Alkoholfläschen) abzureissen. Sind die Pferde auf dieser Art und Weise eingeritten, wird der tote Hahn (Kokot) kopfüber aufgehangen. Wer den Kopf abreißt, wird erster König, die Flügel bedeuten zweiter und dritter König. Mädchen in Tracht begleiten dieses Fest und die Könige dürfen sich mit verbundenen Augen aus diesem Kreis ihre Königin wählen. Pferd und Reiter erhalten einen Ehrenkranz aus Eichenlaub und nun ziehen die Königspaare in Richtung Gaststätte zum Tanz. Der Hahn wird als Fruchtbarkeitssymbol gesehen. Da er sich in der Zeit der Aussaat und Ernte verausgabt hat, ist er als Fruchbarkeitsgeist für ein nächstes Jahr zu schwach und alt und muss deshalb gerupft werden.



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