Seine Erlebnisse schrieb er in den Jahren 1862 und 1881
erschienenen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" in
schwärmerischen Zeilen nieder. Er vergleicht den Spreewald mit dem Zauber von Venedig.
Sein Einfluß auf den Reiseverkehr blieb jedoch aus.
Die Anbindung an das Eisenbahnnetz spielte eine wesentliche Rolle bei der
Entwicklung des Tourismus im Spreewald. 1866 wurde die Eisenbahnlinie Berlin-Cottbus in Betrieb genommen. So erhielten
die Städte Lübben, Lübbenau und Vetschau Anschluss.
Als eigentlicher Begründer des Spreewaldtourismus gilt der Lübbenauer Lehrer
und Ortschronist Paul Fahlisch. Um 1880 organisierte er Studienreisen in das Gebiet um Lübbenau. Mit
finanzieller Hilfe des Lübbenauers Hotels "Zum braunen Hirsch"
richtete er Fahrten von Berlin in seine Heimat ein und betreute diese
persönlich.
Der Kunstmaler Professor Woite verbrachte seit 1882 circa 20 Jahre lang einige
Wochen im Jahr im Spreewald. Er wohnte im Lehder Gasthaus "Zum fröhlichen
Hecht". Auf Anraten des Malers versendete der Gastwirt seit 1889 eigene
Prospekte an deutsche Künstlervereine, mit dem Hinweis, das der Spreewald eine
Fundgrube für jeden Maler sei. Diese Werbung kam an und bis in die 30er Jahre
fanden im Fröhlichen Hecht Kunstausstellungen statt.
Im August 1886 wurde der erste Spreewaldverein gegründet. Ihm oblag die
Fremdenverkehrsorganisation. Einzelne Ortsvereine in Lübbenau, Burg, Cottbus
und Spremberg wurden gebildet. Doch durch unüberwindbare Meinungsverschiedenheiten
löste sich die Organisation im August 1903 auf.
In den Jahren nach Kriegsende (ab 1945) war es schwer, den Tourismus wieder in
Gang zu setzen. So trugen unter anderen die Kraftverkehrsbetriebe und die
deutsche Reichsbahn mit Sonderfahrten an den Wochenenden dazu bei, den
Fremdenverkehr wieder in Schwung zu bekommen.
Rund 200 000 Gäste zählte man um 1935. Im Jahre 1960 waren es circa 500 000 und
um 1975 wurden erstmals über eine Millionen Touristen gezählt.
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Spreewald Tourismus heute