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...die grüne Seite im Spreewald

Zweisprachiges Ortsausgangsschild
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Tipp des Tages


Ostern 2012
Im neuen Jahr gibt es jede Menge Brückentage, auch rund um das Osterfest. Ideal für ein verlängertes Wochenende im Spreewald. Tipp: rechtzeitig buchen!
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Zweisprachiger Spreewald Sorbisch - Deutsch

Zweisprachige Ortseingangsschilder und Wegweiser zeigen dem Gast, dass hier einmal eine andere Sprache beheimatet war: sorbisch (wendisch). So heißt Lübben: "Lubin" oder Burg: "Borkowy".

Die Nähe des Spreewaldes zu Polen läßt vermuten, das hier polnisch gesprochen wird. Aber die sorbische Sprache ist eigenständig. Zur slawischen Sprachfamilie gehörend, ist sie dem Polnischen und Tschechischen sehr ähnlich.

Im dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) ging die Hälfte der sorbischen Bevölkerung verloren. Dadurch schrumpfte natürlich ein erheblicher Teil des sorbischen Sprachgebietes. Mit der Industrialisierung nach 1871 verschwand die sorbische Sprache als Muttersprache. Da in den Schulen vorwiegend in deutsch unterrichtet wurde, wurde die Mehrzahl der Sorben zweisprachig. Doch hat die Sprache das "Großdeutsche Reich" überlebt.

Nur die Wenigsten beherrschen noch das Sorbische. Perfekt gesprochen wird die sorbische Sprache im Spreewald fast nur noch von der älteren Generation.

Zwei Dialekte haben sich im Laufe der Jahre gebildet: das Obersorbische in der Gegend um Bautzen herum und das Niedersorbische in den Orten um Cottbus.

Beispiele für den feinen Unterschied:
→ deutsch: Berg
→ obersorbisch: hora
→ niedersorbisch: gora

→ deutsch: Mund
→ obersorbisch: huba
→ niedersorbisch: guba

→ deutsch: dem Vater
→ obersorbisch: nanej
→ niedersorbisch: nanoju

Eine Untersuchung des Sorbischen Instituts in den Jahren 1993 bis 1995 ergab, dass es nur noch circa 7000 Leute in der Niederlausitz gibt, die sorbisch sprechen.

In der "DDR" wurde sehr viel für den Erhalt der sorbischen Sprache getan. So bildeten sich in dieser Zeit die meisten heute noch existierenden Kulturvereine, deren Aufgabe auch die sorbische/wendische Sprachpflege ist.

1952 wurde in Cottbus das jetzige niedersorbische Gymnasium gegründet. Die ersten niedersorbischen Rundfunksendungen wurden im Jahr 1956 ausgestrahlt. Mit "Witajso do nas - Seien Sie herzlich gegrüßt" begrüßt nun das RBB-Studio Cottbus täglich für eine Stunde (außer Samstags) seine Zuhörer. Der Fernsehsender des RBB strahlt seit 1992 das sorbische Fernsehmagazin "Luzyca" für monatlich eine halbe Stunde aus.
1991 wurde der Sorbische Schulverein e.V. gegründet. Er vertritt die Interessen der Sorben auf dem Gebiet der Vorschulerziehung und des Bildungswesens von den Grundschulen über die Mittelschulen und Gymnasien bis zur Universität. Hier entstand auch die Idee zum WITAJ-Projekt, das den interessierten Eltern die zweisprachige Betreuung des Kindes schon im Vorschulalter ermöglicht. Die erste Kintertagesstätte, in der die Kinder in niedersorbischer Sprache erzogen werden, wurde 1998 in Cottbus/Sielow gegründet. Mittlerweile gibt es in Brandenburg 8 dieser Kindertagesstätten. (Stand Dezember 2009)

Viele ehrenamtliche Kräfte in verschiedenen sorbischen Vereinen, Schulen, Kulturinstitutionen und Medien (Internet, Radio, Fernsehen, Zeitschriften, Bücher) tragen dazu bei, das die Sorbische Sprache und Kultur erhalten und gefördert wird.

Noch ein Satz zum Schluß aus dem Gesetz zur Ausgestaltung der Rechte der Sorben(Wenden) im Land Brandenburg (Sorben/Wenden-Gesetz-SWG) vom 07.Juli 1994 im §8 Sprache heißt es: Die sorbische Sprache, insbesondere das Niedersorbische, ist zu schätzen und zu fördern. Der Gebrauch der sorbischen Sprache ist frei.