Wissenswertes zum Spreewaldkahn
Er entstand aus einer Urform, dem Einbaum,
der aus einem Stamm mit Hilfe einer Rundaxt, zur Aushölung oder durch Ausbrennen
mit Feuer gefertigt wurde. Einbäume waren noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts im
Gebrauch.Anfang des vorigen Jahrhunderts ging man dazu über, Kähne aus mehreren Längs- und Querbrettern herzustellen.
Kiellose, flache Kahnform
Das erforderte besonderes handwerkliches Geschick und setzte
spezialisiertes Können voraus.So entstand die heute kiellose, flache Kahnform. Der Spreewaldkahn ist ein flaches Gleitboot, vorn breiter als hinten und so eine Art Landungsboot, mit dem der Bauer vom Fließ "auf die Wiese fährt".
Viele Gäste, die zum ersten Mal den Spreewald bereisen oder über den Spreewald gelesen haben, staunen über das ungewöhnliche Fortbewegungsmittel Kahn. Wir werden oft gefragt, wie man denn die Ruderstange nennt. An dieser Stelle möchten wir mit einem Augenzwinkern aufklären: Die Ruderstange nennt man Rudel und der Kahn wird gestakt.
Fährmänner dürfen Ihre Gäste nicht einfach so durch die Spreewaldfließe staken. Dafür muß er den Schiffsführerschein der Kategorie E (Personenkähne) ablegen, außerdem eine theoretische und praktische Prüfung für Fährleute und einen Erste-Hilfe-Lehrgang besuchen. Erst dann darf er sich Fährmann nennen... und es gibt auch Fährfrauen.
Postzustellung im Spreewald
Mit ein
bisschen Glück kann man auf den Fließen des Spreewaldes sogar noch die Postfrau
mit ihrem Kahn antreffen. Von Frühjahr bis zum Herbst erfolgt im Zustellbezirk Lübbenau - Lehde nach alter Tradition die Postzustellung auf dem Wasserweg.




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